Swatch × AP
Hunderte Menschen standen an der Zürcher Bahnhofstrasse Schlange, in Frankreich wurde Tränengas eingesetzt, und der Vizebürgermeister von Lille drohte Swatch gar mit einer Klage wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit: Der Verkaufsstart der «Royal Pop»-Uhr von Swatch und Audemars Piguet (AP) hat die Uhrenbranche in Aufruhr versetzt – gerade in einer Zeit, in der diese unter den Folgen des China-Geschäfts und geopolitischer Spannungen leidet.
Der entscheidende Unterschied zu früheren Swatch-Kooperationen liege im Partner selbst. Anders als Omega und Blancpain gehört AP nicht zum Swatch-Konzern. Angestossen habe diese Strategie mutmasslich der langjährige AP-CEO François-Henry Bennahmias, ein leidenschaftlicher Swatch-Sammler, dessen Kollektion die Hayeks für ihr Museum aufgekauft hatten. Es sei davon auszugehen, sagt Lüthi, dass Bennahmias die Kooperation noch eingefädelt habe.
Auf die Frage, ob Krawalle einer Luxusmarke schaden, sind sich Ackeret und Lüthi einig: langfristig nicht. «Marketingmässig ist das natürlich ein wahnsinniger Coup», sagt Lüthi. Kontroverse gehöre zur Rechnung – die neue AP-CEO Ilaria Resta habe das selbst so formuliert.
Dass ein Teil der Schlange aus Wiederverkäufern bestand, relativiert das Bild der reinen Markenbegehrlichkeit. Lüthi zitiert eine Stimme aus Frankreich: «24 Stunden anstehen, damit ich nachher 1000 Franken in der Hand habe – das lohnt sich.» Dennoch: Die Schlangen bestanden mehrheitlich aus genau jenem jungen, Hip-Hop-affinen Publikum, auf das AP 20 Jahre lang hingearbeitet hat. Seit 2005 spricht AP verstärkt auch eine junge Generation an über Kooperationen mit Hip-Hop- und andere Musik-Grössen wie Jay-Z, Travis Scott oder Mark Ronson.
Im zweiten Teil der Folge geht es um die Mitgliederversammlung von Kommunikation Schweiz, dem Dachverband der Schweizer Werbebranche. Anstatt des rekonvaleszenten Medienministers tritt ein Winzer auf – «Rotwein statt Rösti», bringt es Lüthi auf den Punkt. Ackeret nutzt ein weiteres Mal die Gelegenheit, sich für die Werbebranche einzusetzen – unter anderem gegen das drohende Plakatverbot in Zürich, das er für einen Fehler hält.
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