KI im Journalismus
Los geht es in der aktuellen Podcast-Folge wie üblich mit Good News. Nick Lüthi findet in diesem Kontext die neue Schweizer Audio-Plattform Yuvoi erwähnenswert. Das Jungunternehmen ist quasi ein «Twitter für Ton». Statt 140 Zeichen postet man bis zu 100 Sekunden Audio. Die Bad News betreffen Matthias Ackeret persönlich: Unter seinem Namen kursieren gefälschte E-Mails, die zu Geldzahlungen verleiten sollen. Er hat Strafanzeige erstattet.
Den grössten Raum nimmt die Frage ein, was KI mit dem Journalismus macht. Tamedia kommunizierte kürzlich im Rahmen seiner Jahresmedienkonferenz, wie umfassend seine Redaktionen künstliche Intelligenz einsetzen. Womit man sich nicht von der Konkurrenz differenzieren kann, wird automatisiert. So etwa Gemeindemeldungen. Matthias Ackeret wirft provokant ein: «Es stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch Journalismus nennen darf.» Lüthi gibt zu bedenken: «Der genuine Prozess, das Schreiben, das gedankliche Verdichten im Schreibprozess – das findet natürlich nicht mehr statt, wenn man das mit KI macht. Mit der Maschine kann man Journalismus simulieren.»
Beide betonen, dass Berufserfahrung im Umgang mit KI entscheidend sei: Wer das Handwerk beherrsche, erkenne Fehler schneller, so Ackeret: «Am Anfang ist man verblüfft, was die Maschine alles weiss – aber wenn es dann ins Detail geht und die Maschine einen schlechten Tag hat, dann ist eigentlich alles falsch, was herauskommt.» Lüthi fragt mit Blick auf die nächste Generation: «Haben die heute überhaupt noch die Zeit, sich das Handwerk von Grund auf anzueignen, damit sie der Maschine auf Augenhöhe begegnen können?»
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