Halbierungsinitiative
Mit 62 Prozent Nein-Stimmen hat die Bevölkerung die Initiative «200 Franken sind genug» bachab geschickt. Dabei hatten gewisse Umfragen im Vorfeld sogar eine Annahme nicht ausgeschlossen. Dass es so klar kommen würde, hat kaum jemand vorausgesagt – ausser einem: der Freiburger Prognostiker Sébastien Perseguers. Mit KI-gestützten Modellen, gefüttert mit historischen Abstimmungsdaten erzielt er immer wieder präzise Voraussagen.
Dass die SRG als Gewinnerin aus dem Urnengang hervorgeht, darüber besteht zwischen Ackeret und Lüthi kein Zweifel. Für Ackeret gilt: «The winner takes it all» – er ist überzeugt, dass die SRG in ihrer heutigen Form unangetastet bleiben wird: «Wir alle werden es zu unseren Lebzeiten nicht mehr erleben, dass da irgendetwas reduziert wird.»
Uneinigkeit herrscht hingegen darüber, was der Sieg politisch bedeutet: Ist das Nein zur Halbierungsinitiative auch eine Zustimmung zum «Plan Rösti» mit einer Senkund der Medienabgabe auf 300 und geplanten Einschränkungen im Angebot? Lüthi hält es für «unredlich», wenn der Bundesrat das Resultat so deutet – denn über diesen Verordnungsweg habe die Bevölkerung nie abgestimmt. Ackeret hingegen sieht den eingeschlagenen Weg als legitimen Schweizer Kompromiss.
Die nächste grosse Baustelle ist die SRG-Konzession. Bis 2029 soll eine neue in Kraft treten, mit möglichen Einschränkungen im Online-Bereich. Während Ackeret findet, die SRG solle kein Newsportal betreiben – das sei Aufgabe der Privaten –, plädiert Lüthi für elegantere Lösungen als willkürliche Zeichenbeschränkungen. Als Modell nennt er Österreich, wo der ORF online auf maximal 350 Textbeiträge pro Woche beschränkt ist.
Ein Thema ist schliesslich auch die Nachfolge von SRF-Direktorin Nathalie Wappler. Die Republik berichtete am Abstimmungssonntag, dass CH-Media-Geschäftsführer Roger Elsener als Kandidat gehandelt wird – ein erfahrener Medienmanager, der mit Spardruck umgehen kann, aber keinen journalistischen Hintergrund mitbringt.
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